Motorrad-Reiseberichte bei www.surlandtrolla.de

zur Hauptseite Uwe Balser / Prolog+Anreise Tag 1 Tag 2+3 Tag 4+5 Tag 6+7 Tag 8 \ zur Startseite Motorrad

Ein Sardinien-Reisebericht 2006 von Uwe Balser / Steinbach

Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden. Danach vergrößertes Foto einfach zum Schließen anklicken!<"center>
Sardinien 2006
Prolog
In 2005 waren wir mit der Truppe in Südtirol, genauer gesagt in den Dolomiten im Eggental. Für mich wars das erste Mal mit den Jungs dort zusammen, die waren aber auch schon zum 3. Mal da und ich war vorher schon ungezählte Male in den Dolomiten unterwegs. Irgendwann hat man die Gegend doch ein bisschen satt und möchte einmal etwas anderes sehen.
Und so kam denn zum Abschluss die Idee auf, im nächsten Jahr einmal eine ganz andere Gegend für die "Herrentour" auszugucken. Einer brachte das Thema Sardinien auf den Tisch, davon hatte schon jeder mal einen erzählen hören, wie toll es dort sei. Und so wurde es Sardinien.
Schon im Frühjahr 2006 wurde beim ADAC alles gebucht, also Fähre und das Haus. Das sind nicht so die Camper, also sollte es ein Haus werden und das hat auch gut geklappt. Das Haus hat 350 Euro in der Woche gekostet, geteilt durch 6 Personen waren das 50 Euro pro Person. So günstig ist noch nicht mal ein Campingplatz. Die Fähre war recht teuer mit 1054 Euro, was aber an den Ausmassen des Gespannes lag (Allein der Anhänger war fast 6 Meter lang).
Aber eben alles geteilt durch 6 Personen, insgesamt hat jeder für Haus, Fähre und die Pickerl für die Schweiz 250 Euro bezahlt plus 66 Euro Spritumlage für Hin- und Rückfahrt. In dieser Woche habe ich für Essen, Trinken, Rauchen und Benzin fürs Motorrad knapp 400 Euro ausgegeben, gefahren bin ich in der Woche etwa 1500km. Das ist doch akzeptabel.

Da das von uns eine langweilige Anreise über ca. 860km Autobahn bis zur Fähre bedeuten würde, was auf Motorrädern nicht so wirklich spannend ist, haben wir uns auf gemeinsame Anreise per Ford Transit und Anhänger, beladen mit 6 Motorrädern, geeinigt. Das war schon ein bisschen Aufwand, bis die Verzurrmöglichkeiten auf dem Anhänger gebaut waren, es muss ja schliesslich auch sicher sein. Aber in der Truppe gibt es mehrere Automechaniker und die haben das bestens gelöst.
Ende August war dann alles fertig, am 7. September nachmittags alles verladen. Da mir der Job des "Kutschers" zukam, habe ich noch eine Probefahrt gemacht. Schwer war der Anhänger mit etwa 2 Tonnen Gesamtgewicht, aber durchaus fahrbar.
Und dann gings los.

Bau der Querträger
Anreise, 12. August
Früh um 5:30 Uhr sollte Abfahrt sein, das Gespann stand bei Klaus, 3 Häuser weiter von meiner Wohnung. Am Abend vorher war schon das komplette Gepäck verladen worden, also nur noch Kaffeekanne füllen, ein bisschen Kleinkram in die Tasche packen und los. Klaus und Markus standen schon bereit. Wir sind auch pünktlich losgerollt, haben kurz danach Harald und Karl-Heinz im Ort abgeholt, dann nach Lich und Jürgen noch aufgegabelt und um kurz nach 6 Uhr rollten wir auf die A5 bei Butzbach.
Bis Frankfurt ist das immer so eine Sache mit dem Verkehr, wir sind aber gut durchgekommen und bis Basel lief das gut. Dann Grenze, Ausweise zeigen. Gibt’s in Europa nicht mehr so oft, ging aber schnell. Der Grenzbeamte schaute noch nach den Pickerln, die wir, weil nicht mehr dran gedacht, schon in Sichtweite der Grenze noch schnell aufgeklebt hatten. ;-) Aber alles gut und weiter.

In der Schweiz teilweise viel Verkehr und Baustellen, aber nix nennenswertes los. Irgendwann ging uns das ständige Schlagen von hinten doch ein wenig auf den Wecker. Bei einer Ppause haben wir dann festgestellt, dass die Arretierung der (kippbaren) Pritsche doch etwas mangelhaft ist, da war zuviel Luft drin. Also noch 2 der Reservespanngurte um vordere Motorradabspannung und Deichsel gespannt und dann war Ruhe. Die Autobahnen in der Schweiz sind auch nicht immer wirklich gut, das Abspannen war schon deutlich zu spüren.

Vorne abgespannt
Vor dem Gotthardt war Blockabfertigung, die Ampel sprang immer wieder auf Rot, um nicht zu viele Fahrzeuge in den Tunnel zu lassen. Hat uns aber nicht mehr als 10 Minuten gekostet, dann waren wir drin. Lief gut durch, aber das zieht sich ganz schön. Im Tunnel war es sehr warm, uns lief allen der Schweiss aus den Poren.

Wieder raus und das Wetter wurde richtig gut. Kurz vor der Grenze noch Tanken, bis hierhin hatte der Transit noch keine 10 Liter Diesel auf 100km konsumiert, das war ein sehr guter Wert bei dem Gewicht und es standen immer 100-110 auf dem Tacho.
An der Grenze in Chiasso war viel los, wir haben uns über die Busspur gemogelt und waren schnell durch.
Noch keine 10km dahinter der erste Vorfall, Platten hinten rechts am Transit. Na toll. Der war schnell gewechselt, das hat noch keine halbe Stunde gedauert. Aber uns war nicht mehr so ganz wohl beim Fahren, denn es war ein Ventilschaden. Jürgen, dessen Autohaus der Transit gehört, erzählte von latenten Ventilproblemen am Transit und wir befürchteten weitere Probleme. So kam es auch, kurz hinter Mailand schon auf der Autobahn nach Genua der nächste Platten, diesmal vorne rechts.
Jetzt war erst einmal Feierabend. Denn wie jedes normale Fahrzeug hat auch der Transit nur ein Ersatzrad und das war ja schon platt. Wir lagen noch ganz gut in der Zeit, es war so gegen 14:30 Uhr, aber es musste was passieren, denn die Fähre würde nicht auf uns warten. Also habe ich den ADAC angerufen, dafür sind die ja schliesslich da.
Es wurde nicht nur eins, sondern 3 längere Gespräche und es hat etwas gedauert, bis man kapierte, was hier los war. Vor allem die deutschsprachige Mitarbeiterin der ADAC-Niederlassung in Italien war ziemlich schwer von Capisce.
Und dann standen wir lange herum. Inzwischen hatten wir uns schon Plan B überlegt, nämlich ein Motorrad abzuladen und mit 2 Mann einen Reifen zu einem Reifenbetrieb zum reparieren zu bringen und uns 15:30 als Deadline gesetzt, falls der Notdienst bis dahin nicht kommen würde. Aber kurz vor halb 4 kam er angedüst. Schaute sich das kurz an, lud die beiden Reifen ins Auto, erzählte auf unsere Frage etwas von 20 Minuten und schwirrte ab. Das war erstaunlicherweise auch so. Schnell den Vorderreifen montiert, Ersatzrad an den Anhänger gehängt und wir waren wieder fahrbereit.
Aber....2 Ventile waren nun schon kaputtgegangen und es war nicht auszuschliessen, dass es weitere erwischen würde. Also haben wir uns vom Notdienstmann erklären lassen, wo der nächste Reifendienst ist und sind im Spargang dorthin gefahren. Das war uns echt zu heikel und wir haben uns dann auf allen 4 Rädern Stahlventile einsetzen lassen. Die vom Reifendienst haben uns für ziemlich bekloppt gehalten....die blöden Tedeschis lassen sich nicht kaputte Ventile ersetzen. Aber egal, damit konnten wir leben. Gekostet hat der Spass nur 20 Euro, das war echt günstig und wir haben den Mechanikern, die wirklich flott gearbeitet haben, noch Trinkgeld gegeben.
Sooo...nun war es 18:00 Uhr und noch 2 Stunden bis zum Ladeschluss an der Fähre. Also Abflug und im Galopp auf die Bahn. Nun wissen wir es besser, wir hätten auch noch 10 Minuten vor Fährabfahrt um 22:00 Uhr ankommen können und wären trotzdem mitgekommen. Aber das war uns halt noch nicht bekannt und so hab ich den Transit mit 120-130 über die Bahn gescheucht.
Vor Genua dann dieses unmögliche Stück Autobahn, was mit dem Motorrad sicher einen Heidenspass macht, aber nicht mit so einem Gespann und noch etwas Zeitdruck im Genick. Ich hab echt geschwitzt bei dieser Tortur den Berg hinunter, wollte doch alles gut in Genua ankommen lassen und pünktlich am Hafen sein. Es war viel Verkehr, überholen so gut wie nicht möglich und das letzte Stück, ein langes Gefälle, sind wir die meiste Zeit mit 20-30 Sachen den LKW hinterher den Berg hinuntergeeiert.
Aber alles gut, wir waren kurz nach 20:00 Uhr an einem Stück am Hafen angekommen und es herrschte ein Riesenandrang. Gelöste Stimmung und erst mal eine Pulle Bier aus den reichlich mitgebrachten Vorräten.....
Erlösungsbier im Hafen von Genua ;-)
Wir hatten dort auch viel Zeit, da immer zuerst PKW einfahren. Grössere Fahrzeuge und Gespanne stehen ebenerdig und die kommen zuletzt rein.
Es wurde nach 21:00 Uhr, bis wir einfahren konnten. Gepäck geschnappt und rein ins Chaos, die Fähre war ziemlich voll und es hat gedauert, bis wir unsere Kabinen beziehen konnten. Gebucht waren 1x 2Mann und 1x 4Mann, Klamotten in die Bude werfen und raus an Deck. Überall im Schiff wurden Matratzen und Decken in den Gängen ausgebreitet, jede Menge Leute mit Kindern und Hunden campierten in allen Ecken. An Deck stand sogar ein Zelt.
Es war angenehm warm im Hafen und man hat eine schöne Aussicht über Genua. Kurz vor 22:00 Uhr kamen die letzten Autos an, die wurden auch noch mitgenommen und sehr pünktlich legte der Riesendampfer ab.
Wir haben uns die ganze Ausfahrt aus dem Hafen angeschaut und noch ein Stück Fahrt auf dem Meer. Es herrschte Vollmond und war dunstig, aber das war schon ein toller Anblick. Zwischendrin hab ich eine Lage Bier geholt, 3 Euro pro Pulle Becks. Unter Deck im SB-Restaurant 3,50. Die haben einen Knall. Aber egal, wir haben schön angestossen auf einen schönen Urlaub im Mondlicht.
Irgendwann gings dann rein ins SB-Restaurant, Essen fassen. Wir hatten tagsüber nur mitgebrachtes aus der Brotdose verspeist und nun war Hunger angesagt. Eine Portion Nudeln 6,50 Eu, das ging noch und auf Wunsch gabs noch eine Kelle extra. Auf den Tabletts lag mehr Bier als sonst was, die anderen haben auch noch Lagen mitgebracht und so wurde es noch einigermassen feucht.
So gegen Mitternacht hatten wir dann genug und haben uns aufs Ohr gelegt.

zur Hauptseite Uwe Balser / Prolog+Anreise Tag 1 Tag 2+3 Tag 4+5 Tag 6+7 Tag 8 \ zur Startseite Motorrad

Motorrad-Reiseberichte bei www.surlandtrolla.de