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von Uwe Balser / Steinbach

Bei irgendeinem unserer Stammtische im Winter 2005 kam die Idee auf, in die Vogesen zu fahren. Die Leute kenne ich zum Teil schon seit vielen Jahren, einen davon sogar seit dem Sandkasten und die sind 1996 mit den Motorrädern zusammen unterwegs. Aber erst in 2003 bin ich dazugestossen, vorher hat es sich nicht ergeben.
Für mich eine Sache mit gemischten Gefühlen. Von der Planung her war das die vierte mehrtägige Tour mit den Jungs, die erste in 2003 in die fränkische Schweiz lief super. Die zweite in 2004 in den Schwarzwald musste ich schon am ersten Tag beenden, da mich einer aus der Truppe abgeschossen hatte. Die dritte, auch in 2004, war für mich am zweiten Tag nach einem schweren Sturz am Jaufenpass zu Ende.In 2005 hab ich mich dann ein wenig aus den Touren herausgehalten, bin zur Aufarbeitung des Sturzes auch viel alleine gefahren.
Nun war wieder eine geplant, nur werde ich nicht mehr führen und hab mich immer ganz hinten angehängt. War auch die richtige Entscheidung.
Das Wetter der Wochen vor dem Start machte uns schon ein wenig zu schaffen. Noch am Wochenende vor dem Start musste ich mit Bekannten aus einem Forum eine geplante Tour in den Thüringer Wald noch keine 50km von zuhause entfernt wegen Dauerregen und Schneefall abbrechen. Aber zum Glück wurde es in der Woche vor dem Start so richtig schön und es hat auch das ganze Wochenende gehalten.
Nach einigem Hin und Her haben wir uns auf das Wochenende 5.-7. Mai 2006 geeinigt. Anfangs wollten wir am Freitag nachmittag losfahren. Da wir aber ca. 200km Anfahrt bis zum Beginn der Vogesen haben und das Wochenende ausnutzen wollten, haben wir uns dann auf Abfahrt Freitag früh um 08:00 Uhr geeinigt und dann kurz vorher noch auf 07:00 vorverlegt. Genau richtig, so sind wir dem morgentlichen Berufsverkehr in Richtung Frankfurt auf der A5 noch ganz gut entgangen und konnten den Tag optimal nutzen.

Am 5. Mai haben wir uns dann um 07:00 Uhr in Steinbach an einem Pendlerparkplatz getroffen. Wir, das sind:
Björn auf Honda 900RR, Sven auf BMW 1200GS, Oliver auf BMW 1150GS Adventure, Ralf auf Triumph Speed Triple, Jürgen auf Yamaha R1 und meinereiner, ebenfalls auf BMW 1150GS Adventure. Klingt nach einem sehr gemischten Feld, hat aber super geklappt. Wir kenenn uns wie gesagt schon eine Weile, sind auch schon viel zusammen gefahren und wir waren recht flott unterwegs, allerdings keine Heizerei und immer mit dem nötigen Quentchen Vernunft. Björn hatte die Tour ausgearbeitet und auf seinen Navi übertragen, dazu die Routen an Olli und Sven, ebenfalls mit Navi ausgerüstet, weitergegeben. Bis auf ein paar kleinere Problemchen war das eine super Sache.

So sieht das aus, wenn der Seitenständer einer Adventure zu kurz ist. ;-)

Los gings auf die A5 in Richtung Frankfurt und weiter an Mannheim vorbei bis Landau. Wir alle hassen Autobahnfahren, aber das lässt sich leider nicht immer umgehen.
In Landau sind wir dann erstmal in einen McDoof eingefallen und haben die nötige Grundlage für den Tag gelegt.
Weiter dann endlich auf kleinen Strassen, die ersten schönen Kurven des Tages. Leider machte mir mein Hinterreifen ein bisschen Kummer, aber es war auszuhalten. Erst am Tag vor dem Start hat es geklappt mit dem Aufziehen neuer Reifen. Der vordere war gut abgehangen, aber der hintere wohl ganz frisch aus der Produktion. Über kleine Orte wie Eschbach, Klingenmünster, Erlenbach, Niederschlettenbach haben wir bei Hirschthal dann die Grenze überquert. Steinbach ist überall, wie wir zufrieden feststellen konnten.
Jetzt fing die Tour erst so richtig an. Auf lauter kleinen Strassen und durch kleine Orte über Niederbronn und Ingwiller weiter auf Saverne, die erste grössere Stadt. Hier stand der zweite Tankstop an, alle 200km war wegen der kleinen Vorräte der R1 und der Triple tanken angesagt. Mit meinem 30 Liter Fass brauchte ich nur jedes zweite Mal zu tanken, ich fands gut. Hier haben uns die Navigatoren den ersten richtigen Streich gespielt, irgendwie haben die Jungs den richtigen Ausstieg aus Saverne nicht gefunden und so haben wir eine Ehrenrunde um Saverne gedreht und sind aus der gleichen Richtung kommend noch mal in die Stadt eingefahren. Es gibt schlimmeres. ;-)
Endlich aus der Stadt heraus dann wieder hinein in die Kurvenpracht auf Ste. Marie aux Mines. Vorbei an den Cascades de Niedeck, immer auf rauem Asphalt mit super Gripp. Jo, nur mein Hinterreifen hatte noch nicht so richtig einen Vertrag mit den Strassen, aber das sagte ich ja schon. ;-)
An Wangenbourg vorbei nach Schirmeck, eine ätzende Ecke. Leider nur schwer zu umgehen, da wir am Samstag beim Weg zurück nach Norden keine Strassen doppelt fahren wollten. Also Augen zu (Nicht ganz) und durch die Stadt mit unglaublich viel Verkehr und kaum Platz zum vorbeimogeln. Noch ein Stück auf der N420, dann endlich abbiegen und wieder kleine Strassen. Nach Fouchy und dann auf den ersten richtigen Pass, den Col de Fouchy. Den kannte ich schon von einer Tour in 2004, klein und fein. Diesmal zum Glück ohne einen Bauer mit Mistwagen dahinter vor der Nase und nur auf der Abfahrt ein Auto. Da der Col sehr schmal ist und unendlich viele Kurven hat, ist ein Überholen fast nicht möglich. Aber diesmal lief das gut, nur halt mein Hinterreifen.....grummel.
Unten angekommen dann auf die N59 nach Ste. Croix - und Ste. Marie aux Mines. Beide Städte sind, wie die Namen schon sagen, ehemalige Bergbaustädte. Nicht sonderlich hübsch anzusehen. Also durch und noch ein Stück auf der N59 bis zum Abzweig auf den Col de la Croix au Mines auf Fraize und bis zum oberen Ende des Col de la Schlucht. Der war aber erst am Samstag dran, also weiter und zum Beginn der Route des Crêtes. Gleich hinter dem Abzweig ein Schild, Route Barre a 6km. Och nee, oder? Erstmal ein Stück weiter und Pause gemacht. Wie man sieht, gabs hier noch richtig Schnee.
Da aber ständig Autos aus der anderen Richtung kamen, sind wir dann doch weiter. Nach den 6km kam dann die Auflösung, anscheinend war hier erst ganz kurz vorher die Wintersaison zu Ende gegangen und während dieser Saison geht eine Skipiste quer über die Strasse und direkt daneben ein Schlepplift, der die Skifahrer auch quer über die Strasse zieht, die dann wohl gesperrt ist. Aber zum Glück war das alles nicht mehr im Betrieb und wir sind an Arbeitern vorbeigefahren, die gerade den Zaun links und rechts der Strasse schlossen, wo vorher die Piste querte.

Glück gehabt und weiter auf der Route. Eine super Strasse mit Kurven ohne Ende, zum Teil mit hochalpinem Charakter. Ein Stück noch, dann sind wir auf eine sehr schmale Piste rechts abgebogen und runter ins Tal Richtung La Bresse zum Ziel des Tages in Kruth. Noch einen Ort weiter zum Tanken und wieder zurück nach Kruth.

Dort gibt's ein Hotel, welches auch im Motorrad-Tourenplaner Erwähnung findet, das haben wir auch bezogen. Zwar direkt an der Strasse, aber abends legt sich dann der Verkehr und wir hatten auch eine Garage für die Motorräder.

Auberge au France in Kruth
Samstag, kurz vor der Abfahrt
Das Doppelzimmer kostet 53 Eu, also 26,50 pro Person plus 7 Eu Frühstück, frankreichüblich halt. Das Abendessen war ganz hervorragend und die Leute sehr freundlich, was wir am nächsten Morgen dann auch noch mal festgestellt haben. Leider hatte sich dort auch eine Gruppe Fussballer oder sowas aus der Gegend von Aalen einquartiert, die haben sich abends so richtig die Kante gegeben und nachts dann in der Bude randaliert. An sich schlafe ich wie ein Stein, aber das hat sogar mich aufgeweckt. Und als sich dann noch einer der Brüder aus dem Fenster über uns hing und um halb 3 anfing zu singen, wurde ich dann laut. Bei meinem "Schnauze jetzt!"-Brüller wurde mein Bettnachbar wach und die anderen im Haus haben den auch vernommen. Danach war dann aber endlich Ruhe.
Gleich nach dem Abstellen der Moppeds am Freitag abend in der Garage fing es an zu regnen und später gewitterte es heftig. Das liess uns nichts gutes vermuten für den nächsten Tag, aber der Wettergott war uns wohlgesonnen und pünktlich zum Frühstück riss der Himmel auf und die Sonne kam heraus.
Das Frühstück, was die Frankreicherfahrenen unter uns nicht viel hoffen liess, war doch besser als erwartet. Ich kenne das von einigen Touren, normalerweise gehört zu einem Frühstück in Frankreich Kaffee, meist abgezählte Stücke Baguette, ein Klecks Butter und bei etwas gutem Willen ein Portionsschälchen Marmelade, aber nicht immer. Hier war das aber ein kleines Buffet mit Wurst und Käse, Eiern,etlichen Sorten Marmelade, Cornflakes, Milch, Kaffee, Tee und Kakao. Da fängt der Tag doch gleich ganz anders an.
Und nach dem üblichen Dienst an den Moppeds der Kettenfraktion ;-) gings dann auch gleich in die Vollen. Eine Strasse wie ein Pass mit etlichen Spitzkehren Richtung Ventron, genau das Richtige zu Beginn eines schönen Tages.
Nach etwa 6 km jedoch erwischte uns das Unglück in Form eines platten Vorderreifens. Das Gewitter von gestern abend hatte einiges an Geröll auf die Strasse gespült und Ralf hat einen nicht gerade kleinen Stein so unglücklich mit der Kante seines Vorderreifens erwischt, dass dieser den Reifen an dieser Stelle komplett durchgedrückt hat und sogar die Felge noch eine Delle bekam. So ein Mist.
Nach Besichtigung des Schadens war klar, dass hier nix mehr ging. Ralf hat es noch mit Reifenpilot versucht, aber da kam nur braune Brühe heraus, schon zu alt. Bei meinem Reifenpilot dasselbe, obwohl der noch keine 2 Jahre alt war. Grosser Zorn.
Wie wir später festgestellt haben, hätte das auch nix gebracht, denn der Reifen hatte sogar auf der Innenseite noch einen etwa 1cm langen Riss, da hilft auch kein Reifenpilot mehr. Also was tun…. Björn fuhr erstmal zurück ins Hotel, anrufen und nach einem Reifenhändler suchen. Ralf war schon die Kraft aus dem Gesicht gefallen und ziemlich deprimiert. Dann hat er sich aber aufgerappelt und nach einigen Diskussionen sind wir, da er auch keinen Schutzbrief oder so was hat, zum Entschluss gekommen, es zumindest zu versuchen, mit dem platten Vorderreifen nach unten zu fahren. Was er dann auch gemacht hat und es hat trotz einiger Bedenken doch ganz gut geklappt. Sven mit Warnblinker vorne, ich hinten und so sind wir mit Schleichtempo den Pass wieder runter zurück zum Hotel.
Björn hatte mit sehr freundlicher Unterstützung der Hotelbesitzerin einen Reifenhändler in Thann ausfindig gemacht, der auch einen passenden Reifen da hatte. Der wollte den wegen sehr viel Arbeit aber erst um 15:00 Uhr wechseln, was uns den Tag komplett versaut hätte. Auch gegen angebotene Zuzahlung war er nicht bereit, das vorzuziehen. Dann eben nicht.
Noch weiter telefoniert und noch etwa 10km weiter einen KTM-Händler gefunden, der das sofort machen wollte. Also denn, wieder im Konvoi und Ralf mit seinem platten Reifen in der Mitte und max. 30km/h die knapp 40km zur Werkstatt gefahren.
Der Reifen hat das zum Glück noch ausgehalten, aber bei der Ankuft war er so heiss, das man ihn nicht anfassen konnte. Egal, der war ohnehin im Eimer und der Felge hat das auch nix ausgemacht. Die Leute in der Werkstatt waren sehr freundlich und der Monteur hat eine sehr gute Arbeit gemacht. Leider war der gewünschte Michelin Pilot Road nicht da, dafür aber ein Pirelli Dragon. Auch nicht schlecht, wenn auch (Zumindest bei uns) eine höchst illegale Mischbereifung. In Frankreich interessiert das niemand und nach anfänglicher Skepsis hat sich Ralf auch ganz gut mit dem Reifen angefreundet und ist für den Rest der Tour gut damit zurechtgekommen.
Das ist ja noch einmal gutgegangen, leider fehlte uns nun aber die Zeit, die das gekostet hatte. Also kurze Beratung und ja, den Grand Ballon d'Alsace und den Col de Hunsrück mussten wir leider auslassen. Am Samstag abend waren wir bei Björn's Tante, die bei Wissembourg lebt, zum Grillen und Übernachtung angekündigt und da wollten wir nicht mitten in der Nacht einfallen. Das waren auch so noch über 300km und es war schon deutlich nach 12 Uhr. Schon in 2004 musste ich auf den Grande Ballon verzichten, weil das Wetter dort sehr schlecht war. Grummel…..aber den krieg ich auch noch.
Also denn, los in Richtung Cernay und zur Route des Crêtes zu ihrem südlichen Beginn. Es hat noch etwas gedauert, bis Ralf sich mit seinem neuen Vorderreifen angefreundet hat, aber dann lief das prima. Mein Hinterreifen hatte mittlererweile auch seine Zicken abgelegt und sich zur ordnungsgemässen Zusammenarbeit überreden lassen und jetzt fing der Spass erst so richtig an. Das Zusammenspiel innerhalb der Gruppe hatte sich jetzt auch so richtig eingestellt und so sind wir die Route bis zu ihrem nördlichen Ende an einem Stück durchgewedelt, immer wie an der Schnur gezogen zu Sechst hintereinander, natürlich mit dem gebührenden Abstand. Am Ende der Route gleich auf den Col de la Schlucht und, oh Wunder, nur 2 Autos bis kurz vor Soultzeren vor uns. Einwandfrei. Leider gibts von diesem Teil keine Bilder, wollte auch keiner stehenbleiben. ;-)
Kurz danach erst einmal Pause und einen super Flammkuchen eingeworfen. Danach Tanken und gleich den nächsten Pass hoch nach Hohrodberg. Das Gewedel nahm kein Ende, weiter auf Oberey und Kayersberg. Zwischendurch mal ein Stück Route Nationale und wieder abgebogen über Mittelwihr nach Ribeauville. Weiter auf Chatenois, dann wieder ein Stück Bundesstrasse Richtung Ville. Das haben wir aber grossräumig umgangen über Le Hohwald. Leider hat uns hier aber eine Motorsportveranstaltung in Form einer Rallye einen Strich durch unsere Streckenplanung gemacht, Strecke gesperrt.
Die Navis haben auch gleich eine Alternativroute ausgeworfen. Hehe, das war ein Spass. Ein Stück zurück und dann links von der Strasse ab in den Wald hinein. Zuerst sah das noch gut aus, plötzlich standen wir vor einem Skilift und der Asphalt war auch zu Ende. Kurz neu berechnen lassen, ok, da gibt's ein Stück zurück eine andere Strecke. Gesagt, getan, zurück und in einer Spitzkehre zweigte ein Weg ab, aber ein Waldweg erster Güte. Björn ist nach jahrelangem Endurofahren ohnehin ziemlich schmerzfrei und gleich rein, Sven und Olli mit ihren Enduros hinterher. Ralf und Jürgen lehnten kategorisch ab und ich bin bei den beiden geblieben. Es dauerte so etwa 15 Minuten, dann kam Sven zurück und meinte, das sei überhaupt kein Problem und alles gut. Ok, die beiden fuhren dann doch los. Zum Glück hat Sven von "Waldwegen ohne Probleme" nach Endurotrainings in Hechlingen und in den Pyrenäen eine andere Vorstellung als der normale Strassenmoppedfahrer, sonst wären wir da wohl so schnell nicht weggekommen.
Der Waldweg aber war nach heftigen Holzrückearbeiten ziemlich im Eimer und die beiden haben ganz schön geschimpft. Zudem war er auch noch ziemlich steil, aber zum Glück an den steilen Stellen trocken. Die Bilder zeigen nur den Anfang und das Ende des Stückes, dazwischen sah das ganz anders aus. Nun gings zwar immer noch auf Waldwegen weiter, der war aber ganz gut ausgebaut. Am Ende versperrte dann noch eine Schranke den Weg, die liess sich aber zwischen Steinen noch umgehen. Dahinter dann gleich wieder normale Strasse.
Und wieder wedeln ohne Ende….das war einfach nur klasse. Weiter auf Maisonsgoutte nach Ranrupt und nun auf eine fast ortschaftslose Piste bis Mutzig, da lachte das Herz im Leibe. Von Mutzig auf Wasselonne und nun war das Fest der Kurven fast abrupt zu Ende. In Höhe Strasbourg waren wir nun auf Rheinebenenniveau angekommen, es war flach und viele Ortschaften. Weiter auf Schwindratzheim und Hochfelden, Pfaffenhofen und Woerth. Dabei haben wir irgendwo eine Abzweigung verpasst und einen Feldweg als Verbindungsetappe zwischen zwei Strassen genommen. Der war so schlecht, dass meine mittlererweile sehr volle Blase sich bei jedem Schlagloch meldete. Stehenbleiben, abspringen und loslegen war fast eins. ;-) Jürgen hat mich beim Abbiegen nicht mehr im Spiegel gesehen und kam sofort zurück, das fand ich schon klasse, vor allem bei dem schlechten Weg. Leider hat das nicht jeder gemacht. Ein paar Kilometer weiter waren wir wieder zusammen, dann konnten Jürgen und ich wegen eines Autos nicht dranbleiben und es dauerte, bis wir überholen konnten. Etwas später kamen wir an eine T-Kreuzung, aber keiner da. Hm….kurz überlegt und rechts abgebogen. War zum Glück richtig und in der nächsten Ortschaft haben wir die anderen dann wieder erreicht.
Und weiter dann Richtung Wissembourg, dort sollte noch mal getankt werden. Die hatten aber entweder schon zu, es war um 19:00 Uhr oder wie im Fall einer Tankstelle an einem Supermarkt, plötzlich keine Lust mehr und haben trotz wartender Kundschaft zugemacht. Vor uns eine andere Gruppe deutscher Motorradfahrer, die standen schon an den Säulen, aber es wurde einfach geschlossen. Na toll.

Also durch Wissembourg kurz über die Grenze, tanken und wieder zurück zu Björns Tante. Zur Begrüssung gabs erstmal eine Pulle Bier, die fiel bis runter zu den Füssen. ;-)

Dann Grill anwerfen und lecker Grillfleisch essen mit von der Oma selbstgemachtem Kartoffelsalat und schön scharfen Sossen dazu, einwandfrei.

Den Abend haben wir dann im Garten vor einem Holzfeuer verbracht und noch viel gelacht, ist überhaupt eine sehr lustige Runde. Um kurz nach 23:00 war dann auch der Letzte müde und wir haben uns dann auf die Schlafgelegenheiten verteilt. Zwei bei der Oma auf der Klappcouch im Wohnzimmer und die anderen Vier im Wohnwagen auf dem Hof. Mit 4 Mann auf einer Bude hatte das fast schon Bundeswehrcharakter und es roch auch so.

Hier versucht Olli gerade, einem Nicht-Giessener den Begriff "buien" zu erklären. Was ham'mer gelacht... ;-)))

Um 6 Uhr sind uns im Wohnwagen beinahe zeitgleich die Augen aufgeplatzt und wir hätten sofort starten können. Im Haus war noch alles ruhig und so haben wir noch fast 1,5 Stunden mit ordentlich Ablästern verbracht und zwischendurch auch mal den Sonnenaufgang bewundert. Nebenbei noch schnelles Zähneputzen im Hof.
Irgendwann kam dann Leben in die Bude und der erste Kaffee wurde im Stehen im Hof getrunken im strahlenden Sonnenschein. Dann noch kleines Frühstück mit selbstgebackenem Brot und Marmelade. Schliesslich noch ein wenig aufräumen und ab.
Zuerst sind wir über den Col de Pigeonnier auf Lembach gefahren, das war aber irgendwie falsch. Wieder zurück und auf Wissembourg, weiter nach St. Germanshof zur Grenze.
Adieu France, wir sehen uns wieder.

Hier haben wir bei einer kurzen Rast auch die Daltons im Kleinformat kennengelernt. ;-)
Weiter gings über schöne kleine Strässchen in Richtung B48 zum Johanniskreuz. Dort war entsprechend der halbwegs frühen Tageszeit noch nicht so viel los und die Preise für Cappu und Kakao sind ziemlich unverschämt.
Laut Navi wäre es weiter durch das Elmsteiner Tal gegangen, aber der Navi weiss wohl nix von Sonntags für Motorräder gesperrten Strecken. Jedenfalls konnte ich unsere Navigatoren nur mit Mühe davon überzeugen, dort nicht hineinzufahren. Es wird halt auch kontrolliert.
Also weiter auf der B48 in Richtung Hochspeyer und immer weiter Richtung Bad Kreuznach.
Irgendwann sind wir dann links abgebogen von der relativ langweilig gewordenen B48 und weiter auf kleinen Strässchen auf Rheinböllen. War echt klasse zu fahren. Von Rheinböllen aus auf Bacharach und hier war ich ziemlich überrascht, die Strasse war komplett erneuert und es war ein Genuss, die Kurven den langen Berg hinunter zu bügeln. Das hatte ich anders in Erinnerung.
Unten war dann erwartungsgemäss die Hölle los und auch noch irgendein historisches Fest im Gange. Nix wie durch und zur Fähre nach St. Goar. Am Rhein herrliche Ausblicke bei super Wetter.

Die Fähre war ziemlich voll und auf der anderen Seite dann gleich weiter auf Lorch zum Wispertal. Das ist für uns alle sehr bekannte Strecke, da sind wir schon etliche Male durchgefahren und es macht immer wieder Spass. Leider war diesmal ziemlich Betrieb und die langsamen Autos haben uns den Spass doch einigermassen vermiest. Na gut, dann erstmal Stop an der Bikerkneipe in Geroldstein, da wollten wir sowieso was zahnen.
Erstmal hats gedauert, bis wir überhaupt einen Platz bekamen, das Ding war brechend voll. Dann Essen bestellt und als meine Kohlroulade mit Bratkartoffeln kam, gabs grosse Augen. Das Ding hatte das Format einer kleinen Handtasche und ich habs nicht geschafft. Kommt selten vor. ;-)
Zwischendurch gabs einen lauten Ruf von der Bedienung mit einem Telefon in der Hand, ob jemand was von einem Unfall wüsste. Och nee, nicht das auch noch. War aber doch so, kurz danach kam ein Sanka mit Blaulicht und Musik aus Richtung Lorch gefahren. Später auf dem Weg in Richtung Bad Schwalbach wurden wir dann über Langenseifen von der Polizei abgeleitet, Strecke gesperrt. Also doch schwerer Unfall. Hoffentlich ist nix wirklich Ernstes passiert.
Durch Bad Schwalbach und weiter durch Taunusstein in Richtung Usingen. Nix wirklich spannendes, viel Verkehr, langweilige Strecke. Kurz hinter Taunustein dann rechts ab über ein paar kleine Dörfer auf Esch und weiter über die teilweise schöne kurvige Strecke auf Usingen. Wieder viel Verkehr und weiter dann über Bodenrod auf Butzbach und über Dorf-Güll dann wieder zu unserem Ausgangspunkt, dem Pendlerparkplatz bei Steinbach.
Hier kam dann das Unvermeidliche bei einer jeden Tour, das Ende und die Verabschiedung. Es war ein supergeiles (‚tschuldigung, aber muss sein) Wochenende ohne Stress, ohne Meckern und Theater mit viel Spass und noch viel mehr Kurven. Einfach klasse.
Wir haben dann schon mal eine Fortsetzung mit einer Tour in den Thüringer Wald lose besprochen und uns dann voneinander verabschiedet. Am nächsten Donnerstag wieder zum Stammtisch, weitere Touren ausbrüten.
Im Mai 2006
 

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