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Motorradtour durch Süd- & West-Norwegen

vom Montag, 07. bis Dienstag, den 15. August 2006

Am Jahresanfang entschlossen wir uns,

(linkes Bild von links nach rechts)
Udo (Yamaha XJR 1300),
Harry (Yamaha XVS 650),
Willi (Yamaha XJ 900),
Letsche (Suzuki GSX 1400),
Lackstift (Yamaha XJ 600)
Torsten (Suzuki GSXR 1000)
für eine 8-tägige Motorradtour durch Norwegen.

Als Zeitraum wurde der 7.-15.08.06 festgehalten, genügend Zeit also noch, um beim Chef Urlaub einzureichen.

Für Harry und für mich war es der erste Trip nach Norwegen, die anderen waren mindestens schon einmal dort.
Willi orderte die Karten für die Fähre und hatte Glück, günstige Tickets für die Schnellfähre zu bekommen.
Im Juli trafen wir uns bei Udo zum Grillabend und sprachen die letzten Einzelheiten ab.
Nachdem nun alles geklärt wurde, sollte es auch endlich losgehen.

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Am Abreisetag hieß es bereits um 4 Uhr aufstehen, das Gepäck auf dem Bike verzurren
und dann auf nach Plön, wo wir uns um 5 Uhr an einer Tankstelle trafen.
Nachdem alle pünktlich dort waren und wir unseren Kaffee getrunken hatten, konnte die Fahrt endlich beginnen.
Der erste Halt war in Flensburg.
Hier stärkten wir uns nochmals und
sammelten so Kräfte für die doch recht langweilige und triste Fahrt durch Dänemark.
Gegen ca. 11 Uhr sind wir in Hirtshals angekommen.
Es dauerte keine halbe Stunde und wir konnten die Mopeds auf der Schnellfähre verzurren.
Da ich nicht ganz seefest bin, musste ich mir ein Reisekaugummi einschmeißen.
Zum Glück jedoch war die See sehr ruhig und es ging mir gut.
Die Überfahrt von Hirtshals nach Kristiansand war recht entspannend und dauerte 2,5 Stunden.
Gegen 15 Uhr verließen wir die Fähre und fuhren von Kristiansand die 9 Richtung Evje.
Zwischen Evje und Bygland steuerten wir dann nach insgesamt
11 Stunden Fahrzeit und knapp 600 gefahrenen Kilometer den ersten Campingplatz an.
Dort bezogen wir eine gemütliche Hütte und noch bevor das Gepäck abgeladen war,
wurde auch schon die erste Hülse aufgerissen.

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Der 2. Tag begann um 8 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse.
Während Willi 2 frischgebackene Brote holte (schmecken wirklich sehr lecker),
legten wir die Ziele für die nächste Etappe fest.
Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen, verzurrten alles wieder auf den Mopeds
und fuhren beim strahlenden Sonnenschein die 9 hoch Richtung Edland.
Der erste Halt war an der schönen Fluss- und Felsplatte in Valle, ein super Platz, der zum längeren Verweilen einlädt.

Weiter ging es auf der 9 bis Haukeligrend, dann die 134 und die 13 bis Skare.

Hier bei den Latefossen sollte die nächste längere Rast sein.
Leider kam in diesem Jahr wenig Wasser vom Berg herunter und die Wasserfälle waren nicht so kraftvoll.
Zum Abschluss fuhren wir die 13 bis Odda und steuerten einen Campingplatz an.

Nach einer kleinen Bergwanderung ließen wir diesen schönen Tag beim Grillen langsam ausklingen.

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Der 3. Tag begann mit etwas Regen und wir verließen unseren Platz erst gegen 10.30 Uhr.

Wir fuhren von Odda auf der 13 Richtung Brimmes immer entlang des Sørfjords.

In Brimmes überquerten wir den Fjord mit einer Fähre nach Bruravik. Wir verließen die 13 und sind die 572 über Ulvik und Trå gefahren, bis wir dann wieder auf die Rv 13 stießen.

Da es mittlerweile aufhörte zu regnen, machten wir eine Rast in Voss. Nach einem kleinen Snack fuhren wir bis Vinje, weiter auf der E16 über Gudvangen bis Aurland. Auf dieser Strecke mussten wir durch den 11,5 km langen Gudvangentunnel, der gut beleuchtet und sehr kalt war.
In Aurland sollte für heute auch Schluss sein.

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Für den 4. Tag planten wir eine kurze Ausfahrt und für den Nachmittag einen Aufenthalt in Aurland. Leider sah der Himmel gar nicht so gut aus und wir zogen gleich die Regenkombis über, was sich später auch als eine gute Entscheidung herausstellte. Von unserem Campingplatz waren es nur wenige Meter und wir fuhren durch den 24,5 km langen Lærdalstunnel. Alle 6 km sind hier Haltebuchten, die mit blauen Neonröhren ausgestrahlt werden. Im Tunnel sollte man sich an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit halten. Ich zählte auf diesen 24,4 km 3 Radargeräte.

Wir waren von dieser Tunneldurchfahrt so fasziniert, dass wir abends nochmals durchgefahren sind. Nach unserer Durchfahrt bogen wir links ab und steuerten die Hochebene an. Hier oben war es nicht nur kalt und windig, sondern es lag sogar noch etwas Schnee. Immer wieder wurden wir von Schafen und Kühen gezwungen, die Geschwindigkeit extrem zu reduzieren. Nach ca. 100 km erreichten wir wieder Aurland, gingen Kaffee trinken und ließen den Abend gemütlich an den Hütten ausklingen.

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Nach 2 schönen Tagen in Aurland hieß es für den
5. Tag wieder Sachen packen und alles auf den Bikes verzurren. Der Himmel sah gut aus und wir hofften für heute mal auf eine trockene Motorradfahrt.                  

Um 8 Uhr verließen wir den Campingplatz und nahmen die 50 Richtung Leino/Hol. Wir hatten gerade 50 km zurückgelegt, da fing es leider wieder an zu regnen. Wir machten eine kurze Pause, um die Regenbekleidung anzuziehen. In Hol bogen wir dann links ab und fuhren auf der 7 weiter über Geilo nach Fossli.

Hier bei den Vøringsfossen machten wir einen längeren Halt und kauften im Souvenirshop etwas für uns bzw. für unsere Liebsten. Anschließend ging es weiter bis nach Brimmes. Nun wurde das Wetter auch endlich besser, die Sonne schien und es wurde sehr warm. Wir konnten die Regenkombis ausziehen und sollten sie für heute nicht mehr gebrauchen. Von Brimmes an fuhren wir auf der 13 nach Odda. Hier hielten wir zum Burgeressen an und machten uns anschließend auf den Weg nach Røldal. Nach 320 gefahrenen km und insgesamt über 8 Stunden Fahrzeit suchten wir uns hier eine Hütte.
Für etwas mehr Geld nahmen wir uns eine mit Bad und WC, guter Einbauküche und einer gemütlichen Sitzecke.

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Der 6. Tag begann mit Sonnenschein
und lud zu einem ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse ein.

Das grobe Ziel für heute war, Richtung Preikestolen zu fahren.

Gegen 9 Uhr machten wir uns auf den Weg. Wir nahmen die 13 von Sand nach Nesvik. Hier sind wir mit der Fähre nach Hjelmeland geschippert und weiter bis nach Tau gefahren. Eigentlich wollten wir in der Nähe des Preikestolen einen Campingplatz anfahren. Leider war im näheren Umkreis kein Campen erlaubt und alle Hütten der anliegenden Plätze waren belegt. Dann fanden wir ein Haus, welches privat vermietet wurde. Da es aber nicht groß genug war, boten uns die Vermieter ein weiteres Ferienhaus an. Dieses befand sich in Idse, ca. 25 km vom Preikestolen entfernt und völlig isoliert von der Zivilisation. Doch das sollte uns nicht stören und wir waren froh, eine Bleibe gefunden zu haben. Wir zahlten gleich für 2 Übernachtungen und machten uns einen schönen Grillabend.

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Die ruhige Lage in Idse ließ uns alle bis 10 Uhr schlafen.

Es gab ein kräftiges Frühstück, da wir heute zum Preikestolen „wandern" wollten. Am Parkplatz angekommen wurde uns bewusst, dass der Berg doch die reinste Touristenattraktion ist. Der große Parkplatz war besetzt mit Autos, Motorrädern und Reisebussen. Wir folgten der Menschenmasse und schon nach wenigen Minuten wurde uns klar, dass der Weg nach oben kein Spaziergang wird. Aus unseren Vorstellungen eines einfachen Wandertages wurde ein steiler Weg über Steine, Felsen und Abhänge. Unsere Kletterei bis nach oben, laut Wegweiser 6 km vom Parkplatz, dauerte knapp 2 Stunden.

Endlich oben angekommen waren wir nicht nur von der geilen Aussicht fasziniert, sondern auch von den Sicherheitsvorkehrungen am Predigerstuhl. Es gab nämlich keine und wer hier mit dem Leben abschließen will, muss sich nur die 604 Meter in den Fjord fallen lassen. Wir genossen diesen herrlichen Platz für einige Zeit und machten uns dann an den Abstieg, welcher ja bekanntlich schneller geht. Nach dieser anstrengenden Bergwanderung waren wir froh, bei hochgelegten Beinen einige Bierchen vernichten zu können.

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Am vorletzten Tag hieß es bereits um 6 Uhr aufstehen, da wir uns für heute ca. 300 km vorgenommen hatten. Wir starteten mal wieder bei Regen und nahmen von Idse die 508 nach Lauvik. Den nächsten Fjord überquerten wir mit einer Fähre, bis wir dann auf der 45 Svartevatn erreichten. Von hier machten wir einen kleinen Abstecher zum Lysebotn nach Sirdal. Leider machte das Fahren dieser engen Kurven keinen Spass. Die Straßen waren nass und eng und es waren viele Schlaglöcher vorhanden.

Wir genossen von der herrlich gelegenen Aussichtsplattform die Landschaft. Nach einer knappen ¾ Stunde ging es über die Hochebene weiter in Richtung Ådneram und Nomeland.

Von hier kamen wir wieder auf die 9 und sind diese runter über Anstad, Bygland und Evje gefahren.
In Hornesund mieteten wir uns die letzte Hütte unserer Tour. Da die Vorräte an Alkohol erschöpft waren, kauften wir uns vor Ort ein paar Hülsen und genossen in ruhiger Atmosphäre die noch übrig gebliebenen Stunden in Norwegen.

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Die letzte Nacht in der doch recht bescheidenen Hütte war irgendwie unruhig.

Lag es vielleicht daran, dass es die letzte hier war oder weil sie für 6 Leute doch etwas zu eng war?

Jedenfalls war es das letzte Mal, dass wir unsere Sachen auf den Motorrädern verzurrten. Von Hornesund waren es noch ca. 30 km bis zur Fähre nach Kristiansand.

Da wir dort sehr früh ankamen, genossen wir den schönen Tagesanfang am Fähranleger. Die Überfahrt nach Hirtshals verlief für mich erfreulicher Weise wieder sehr ruhig. Gerade in Dänemark von der ersten Tankstelle abgefahren, da fing es ordentlich zu regen an. Die schwarzen Regenwolken begleiteten uns bis nach Hause. Es war eine sehr nasse und stürmische Heimfahrt,
aber das sollte uns nun nicht mehr stören.
Unsere Tour endete, wo sie begann,
an einer Tankstelle in Plön bei einem Becher Kaffee.

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Fazit

Nicht nur ich, sondern auch meine Freunde, die nun schon mehrmals in Norwegen waren,

sind von der wunderschönen Landschaft fasziniert.

Leider können die gemachten Bilder die fantastischen Landschaftseindrücke,

die wir vor Ort erlebten, nicht dokumentieren.

Während der Tour war auf der einen Seite immer irgendein Fjord, auf der anderen Seite massives Gebirge.

An den Felswänden schossen die Wasserfälle herab und die Gipfel waren teilweise noch mit Schnee bedeckt.

Wir sind durch verdammt viele Tunnel gefahren, die zum Teil gut, andererseits sehr schlecht beleuchtet waren.

Durchfahrten mit einer Sonnenbrille auf der Nase oder ein getöntes Helmvisier können hier lebensgefährlich sein.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Straßen alle recht gut befahrbar.

Vorsicht ist bei den engen und kurvenreichen Serpentinen geboten.

Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass es keinerlei Defekte an Mensch oder Maschine gab.

Wir hatten als Gruppe sehr viel Spaß miteinander und so waren die Abende immer recht lustig.

Die Planungen für eine erneute Tour nach Norwegen laufen bald wieder an.


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